Etretat

Étretat liegt auf Meereshöhe direkt am Ärmelkanal in einer der wenigen Talöffnungen in der

120 km langen Steilküste zwischen Dieppe und Le Havre, die wegen ihrer hellen Färbung

Alabasterküste genannt wird. Der Tidenhub ist, wie überall in der Normandie, beträchtlich.

Die Klippen von Étretat entstanden in der Oberkreide. Sie bestehen im Wesentlichen aus

weißer Kreide und aus Feuerstein.[1] Andere Mineralien, die an der Küste der östlichen

Normandie häufig sind, kommen bei Étretat nicht vor. Man findet dort weder den Sandstein, der

im Norden des Départements in der Gegend von Dieppe auftritt, noch den gelblichen Oolith aus

der Gegend von Caen.

Bei Fécamp, etwas weiter nördlich, findet man die höchsten Klippen dieses Typs mit 105 m

Höhe. Die Falaises d’Aval südwestlich von Étretat sind 75 m hoch, die östlich gelegenen

Falaises d’Amont sind 84 m hoch. Unterhalb der Klippen findet man Geröll, das vom Absturz

großer Felsbrocken herrührt. Die Erosion durch Regenwasser, das in die poröse Kreide

eindringt, und Frost fördern diesen Zerfall. An der Basis erodiert die Meeresbrandung den Fels.

Die Kreide wird im Meerwasser gelöst und fortgespült. Der schichtweise abgelagerte Feuerstein

bleibt unterhalb der Felsen liegen. Er wird in der Meeresbrandung zu rundlichen Kieseln

geschliffen. Diese bilden die charakteristischen Kiesstrände an der Alabasterküste. Die Erosion

[nggallery id=5 images=4]