Italien-2017-Seite_10

< zurück    –    zur Startseite   –   vorwärts >

Samstag, 14.10.2017 Gallipoli – Alberobello: 172 km

Im Gegensatz zu gestern gibt es heute eher viel zu berichten! Wir fahren ab heute wieder Richtung Norden, dieses Mal an der Ostküste.

Zunächst sehen wir viele Olivenhaine, die vom Oliven-Sterben betroffen sind! Es ist ein Trauerspiel! Eine Zwergzikade kann die Bäume mit einem Bakterium infizieren, so dass sie austrocknen.

Dann kommen wir das erste Mal an die Adria! Es ist dort irre windig und am Strand von Torre Guaceto tummeln sich Hunderte von Wind-Surfern und Kite-Surfern! Das ist ein Super-Anblick!

Das sind keine schicki-micki Jüngelchen, sondern gestandene Kerle! Das ist bei dem stürmischen Wind wohl auch nötig!

Über Ostuni, Martina Franca und Locorotondo fahren wir dann nach Alberobello. Jede der vier Städte ist anders, besonders und sehenswert!

Ostuni wird – wie auch die anderen Städte – auch città bianca genannt, man sieht sie von weitem auf einem Hügel gelegen leuchten. Die weißen kastigen Häuser, die Bogengänge, die Gassen erinnern an griechische Städte, und es gibt etliche Touristen hier! Man läuft durch die Altstadt bis zum barocken Dom hoch, den eine schöne filigrane Rosette ziert. Wir kommen an einem Mann, der auf einer Säge spielt, vorbei – lustig, aber nicht wirklich schön!

Weiter geht es, man sieht die ersten Trulli in den Olivenhainen. Wir sind im Valle d’Itria und kommen nach Locorotondo, auch eine weiße Stadt. Die Häuser hier haben aber oft kleine Giebel. Es ist noch Siesta und insgesamt sehr ruhig.Wir drehen eine kurze Runde durch den niedlichen Ort.

In der Barockstadt Martina Franca können wir leider den Dom nicht besichtigen, weil dort gerade eine Hochzeit beginnt. Der Einzug der Braut, geführt vom stolzen Papa, ist dafür ein toller Anblick, der entschädigt!

Zufällig kommen wir an einem barbiere vorbei und wir haben es beide sehr nötig! Die Haare sind viel zu lang. Rudi bekommt sofort einen Termin bei dem alten Herrn, als ich frage, ob er mich auch schneiden kann, lehnt er fast empört ab! Barbiere ist nur ein Herrenfriseur. Aber er nennt mir eine parrucchiere, die auf der anderen Straßenseite wohnt. Dort bekomme auch ich einen Haarschnitt. Preiswert und gut!

Von all diesen schönen Städten gefällt uns Martina Franca am besten, wegen der angenehmen Atmosphäre, vielleicht auch wegen des neuen Haarschnitts!

Wir kommen recht spät in Alberobello an und beziehen unseren Stellplatz. Wir sind müde und hungrig und es ist kühl und ungemütlich. Natürlich auch dunkel! Wir überlegen, mit den Rädern in den Ort zum Essen zu fahren, aber man rät uns ab! Zu gefährlich bei der Dunkelheit, zu viel Verkehr. Die Campingplatzbesitzer nennen uns ein gutes Lokal: La Nicchia und bieten einen privaten Shuttle an! Als Tipp bekommen wir noch auf den Weg: nur 1x Antipasti bestellen, das reicht dicke für zwei. Mehr müsse man eigentlich nicht essen!

Wir folgen dem Tipp, glauben aber nicht wirklich, dass das reicht und bestellen noch ein secondo: Steak mit Gemüse.

Man sitzt in Gewölben, die den Trulli nachempfunden sind. Es ist gemütlich. Die Antipasti kommen „häppchenweise“, zuerst bleiben wir da ganz entspannt und genießen. Dann werden es aber immer mehr Tellerchen und Schälchen, wir sind eigentlich beide schon satt! Für 13 €! Natürlich hätten wir uns den 2. Gang sparen können!

Wir brauchen die ganze Nacht zum Verdauen der Gerichte!

Camping dei Trulli, Alberobello

Sonntag, 15.10.2017 Alberobello – Fossacesia Marina: 332 km

Bevor wir weiter fahren, bummeln wir noch durch die „Hauptstadt der Trulli“. Diese Menge an „Zipfelhäuser“ ist schon beeindruckend, es sollen weit über 2000 sein! Sie erinnern uns an die Bories der Provence, einfache Schutzhütten für die Schäfer dort. Wahrscheinlich ist der Ursprung der Trulli ähnlich. Ursprünglich wurden sie ohne Mörtel aus übereinander geschichteten Steinen gebaut. Da man keinen Mörtel benutzte, sparte man Grundsteuer. Solche Exemplare findet man hie und da noch auf dem Land. In Alberobello sind die Trulli längst „normale“ Häuser, die als Ferienwohnungen, Lokale und Geschäfte genutzt werden. Und natürlich schieben sich wieder Busladungen durch die Gassen. Trotzdem haben wir auch etliche fast leere Gassen durchstreifen können.

Eigentlich wäre das nächste Hauptziel die Halbinsel des Gargano gewesen. Aber wir merken, dass unsere Aufnahmefähigkeit für neue Eindrücke drastisch abnimmt, wir sind gesättigt, wollen eigentlich dann doch wieder nach Hause! Zudem ist es ja schon so spät im Jahr, dass es früh dunkel, feucht und kühl wird. Es gibt das abendliche Leben draußen nicht mehr. Man hat zunehmend Probleme, geöffnete Camping- oder Stellplätze mit Sanitärs zu finden, und oft sind die Bürgersteige mangels Touristen schon hochgeklappt. Und bis Marienheide sind ja auch noch ein paar Kilometer zurückzulegen!

Also verschieben wir den Gargano und fahren zügig nach Norden.

Wir finden einen tollen Stellplatz (13 € ) direkt an der Adria, mit Blick auf das Meer! Ein Träumchen! Er ist gleichzeitig ein Kiosk oder Imbiss für den Strand. Es gibt in dem kleinen Container 2 Duschen und 2 WCs. Ich bin erst etwas skeptisch, aber die Duschen (0,50 € ) sind heiß und abends wird dort noch piccobello sauber geputzt.

Es stehen außer uns noch 2 weitere Touristen-WoMos hier und 2 richtig große Wohnwagen mit belgischem Kennzeichen. Die werden wohl von „fahrendem Volk“ benutzt, eine Dame von ihnen ist für die Sauberkeit der Sanitärs zuständig.

Area Camper Comunal, Fossacesia Marina

< zurück    –    zur Startseite   –   vorwärts >