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Montag, 16.10.2017 Fossacesia – Bologna: 423 km

Morgens ist zwar alles feucht, aber wir wachen mit Blick auf die blaue Adria und den blauen Himmel darüber auf! Toll!

Wir kommen auf der weiteren Fahrt nach Norden an vielen schönen Landschaften vorbei und nehmen uns vor, hier noch einmal hin zukommen. Die Abruzzen reichen bis an die Adria, das müssen wir noch einmal erkunden. Vor allem die Ecke zwischen Pescara und Ancona.

Es gibt an den Autobahnen verschiedene Imbiss-Ketten, wir lieben die von Grill Sarni! Inzwischen wissen wir ja, wie es funktioniert: erst bezahlen und mit dem Bon zur Theke gehen!

In der Einflugschneise nach Bologna machen wir (mal wieder) einen Stopp bei Decathlon, wenn man schon mal da vorbei kommt!

Der Campingplatz ist gut, es gibt auch Häuser mit Zimmern, wahrscheinlich für die vielen Geschäftsreisenden. Immerhin ist Bologna ein Wirtschaftszentrum. Wir merken auch sofort einen Unterschied zu Süditalien: es gibt keinen Müll, der irgendwie und überall herum liegt.

Centro Turistico Città di Bologna, Bologna

Dienstag, 17.10.2017 Bologna

Der Bus Nr 68 hat seine Endstation am Campingplatz und fährt vormittags um 9 Uhr und um 11 Uhr in die Stadt (1,50 € pro Fahrt). Wir sitzen um 9 Uhr im Bus um uns Bologna anzugucken.

Das ist vielleicht doch ein wenig früh, die Geschäfte sind meist noch nicht geöffnet und das Leben erwacht erst später.

Wir lassen uns durch die Gassen treiben und nach 4 Stunden wieder herausspülen.

Die Messe- und Modestadt wird auch „La Rossa“ genannt, denn in der Altstadt sind die meisten Gebäude aus rotem Backstein. Es gibt schiefe Geschlechtertürme (97 m), von denen aus man einen guten Blick haben soll, da führt nur eine enge Holztreppe (498 Stufen!!) hinauf, das lassen wir heute mal. Kilometerlange Arcadengänge beherbergen kleinere, aber auch größere Geschäfte mit edler verrückter italienischer Mode in den Schaufenstern.

Wir streifen durch enge Gässchen mit Läden, die alle Köstlichkeiten für Gourmets anbieten. Oder auch Spezialgeschäfte, wie einen für Schrauben.

An der Piazza Maggiore befindet sich der Dom, der unvollendet ist. Das gilt vor allem für die Fassade, die nur im unteren Bereich mit rot-weißem Marmor verkleidet ist. Außerdem sollte der Dom ursprünglich größer als der Petersdom werden, aber es fehlte an Platz und vor allem an Geld. Das, was dort nicht mehr ausgegeben wurde, wurde in die Universität gesteckt, die eine der ältesten Europas ist. Die vielen Studenten tragen auch ihren Teil zur Atmosphäre der Stadt bei. Ebenso wie die vielen Leute, die sich – typisch italienisch – sehr individuell und vor allem mit Stil kleiden!

Wir schauen uns den Dom relativ flüchtig von innen an, lassen aber die ein oder andere Kapelle aus, weil die Eintritt kosten und vor allem, weil man keine Fotos machen darf. Anschließend setzen wir uns gegenüber in ein Café unter den Arcaden, trinken einen Capuccio und gucken Leute.

Nebenan läuft offensichtlich die Vorbereitung für einen Wettbewerb für Barkeeper in der Zubereitung von Cocktails. Da saßen wichtige Menschen, die Crème de la Crème der italienischen Köche…oder so!

Bologna kann man sich gut angucken!

Abends fahren wir mit den Rädern entlang einer sehr befahrenen Straße, aber auf Radweg, zum Einkaufen in einen großen Spar Supermarkt.

Mittwoch, 18.10.2017 Bologna – Cugnasco/ CH: 355 km

In der Morgensonne gefrühstückt, wohl zum letzen Mal draußen in diesem Jahr. Es herbstelt! Nach einem weiteren Einkauf im Spar Supermarkt – die letzte Möglichkeit, in Italien einzukaufen – kommen wir gegen 12 Uhr auf die Autostrada und sagen um 15 Uhr 15 Ciao Ciao, bella Italia! A la prossima!

Es läuft super, hätten eigentlich um 16 Uhr am Platz sein können – wenn wir nicht die Zufahrt zum Camping mehrfach verpasst hätten, so kommen wir erst um 16 Uhr 45 an, die Sonne steht schon tief und verschwindet bald hinter den hohen Bergen der Alpen.

Der Platz macht in zwei Tagen zu, das merkt man. Keine schöne Atmosphäre. Aber die Sanitärs sind gut. Allerdings gehört dieser Platz wie auch der von Sulzburg zu denen, die durch merkwürdige Zusatz-Abgaben (Umweltabgabe/ Kurtaxe..) statt 20 € am Ende 25 € kosten.

Camping Riarena, Cugnasco

Donnerstag, 19.10.2017 Cugnasco – Freiburg: 334 km

Rudi hat heute Nacht drei !! Decken gebraucht, so kalt war es: das Plumeau, die Fleecedecke und den Daunenschlafsack! Mache ich demnächst auch!

Es ist zwar ziemlich kalt heute morgen, aber die Luft ist klar! Eine richtig schöne Herbstluft. Wir fahren den gleichen Weg zurück, auf dem wir hergekommen sind. Es geht Richtung Gotthard-Tunnel. Kurz vor dem Tunnel zeige ich Rudi, wo rechts am Hang die Passstraße abgeht und sich den Berg hoch schlängelt. Rudi ist begeistert und will über den Pass fahren! Das erweist sich als eine sehr gute Entscheidung. Die Gotthard-Passstraße ist gut ausgebaut, man kann zügig fahren und man hat einen super Blick heute! Wir halten einige Male an und schauen zurück Richtung Süden. Hinter der Passhöhe ändert sich die Vegetation, es wird deutlich karger.

Gekrönt wird die heutige Fahrt durch ein „idyllisches“ Picknick an der Raststätte Gotthard. Weil wir nichts Vernünftiges in der Sonne finden, bauen wir uns neben der Parkbucht, praktisch am Straßenrand, einen provisorischen Tisch aus der Leiter und dem Tablett und setzen uns mit den Hockern daneben.

Um 16 Uhr sind wir wieder in good old Germany, eine Stunde später auf dem Platz in Freiburg.

Ein schöner Familienplatz mit terrassierten Stellplätzen. Sehr gute Sanitärs, sehr nettes und hilfsbereites Personal.

Wir gehen zu Fuß in die Stadt, das dauert ca. 20 Minuten. Dort ist viel Leben, es gibt viele Kneipen. Wir essen in einem Biergarten und sitzen draußen. Das Essen ist leider ziemlich schlecht, eher Abzocke. Rudi lässt sein Essen sogar zurückgehen. Wenigstens sitzen wir gut hier!

Camping Hirzberg, Freiburg

Freitag, 20.10.2017 Freiburg

Es ist bedeckt, grau, ungemütlich! Ich habe Halsschmerzen, habe schlecht geschlafen. Eigentlich könnte ich gut nach Hause fahren, aber wir wollen den Freitagsverkehr vermeiden.

Also schlagen wir uns noch einen Tag hier um die Ohren!

Wir gehen zu Fuß in die Stadt, den Weg kennen wir ja nun. Es ist Markt rund um das Freiburger Münster. Irgendwie ist das nicht unsere Welt. Wir empfinden die Leute, die an den Marktständen stehen, als Edel-Ökos mit viel Geld, bereit es auszugeben, Hauptsache Bio! Irgendwie dekadent. Der Markt ist optisch natürlich schon pittoresk, die Preise sind happig!

Uns überrascht ein Regenguss und zwingt uns in ein Lokal im Studentenviertel. Das ist eher unseres. Aber eigentlich schlagen wir nur Zeit tot. Wir machen etwas Pause in unserem Bus, gucken den Nachbarn auf dem Platz zu und laufen dann noch einmal in die Stadt und zurück.

Abends essen wir im gut bürgerlichen Gasthof neben dem Campingplatz. Dieses Mal ist es sehr lecker und gemütlich!

Samstag, 21.10.2017 Freiburg – Marienheide: 456 km

Heute ist wirklich Herbst! Gestern sind ganz viele Blätter von den Bäumen geweht und geregnet worden. Zum heutigen Tag finde ich nur statistische Angaben: los in Freiburg um 11 Uhr 15, angekommen am Dältenberg um 17 Uhr 50!

Fazit:

Es war wirklich eine unvergessliche Reise! Reisen als Road-Tripp gefällt uns! Allerdings brauchen wir dafür ein eher stabiles Wetter, um draußen leben zu können! Italien bietet dies und bleibt für uns ein Ziel für weitere Reisen. Wir haben uns an dieses schöne Land herangetastet und einen tollen Eindruck bekommen. Einige Gegenden blieben rechts oder links liegen, blieben unerledigt, haben wir nicht geschafft! Das ist doch schön, wir haben einen guten Grund nochmal hinzufahren!

Es sollte vielleicht dann noch mehr Slow-Travelling geben, der Wunsch, den Stiefel einmal komplett zu umrunden hat uns doch das ein oder andere Mal weiter getrieben.

Wir haben aber nicht nur tolle Landschaften und interessante Orte gesehen, wir haben vor allem auch tolle Leute kennen gelernt! Danke dafür!

Es hat sich wirklich gelohnt, bei der VHS einen Italienischkurs belegt zu haben! Zum einen hat es viel Spaß gemacht, endlich einmal die Sprache „ausprobieren“ zu können, zum anderen hat es uns viele Sympathien und Offenheit bei den Einheimischen eingebracht.

Highlights waren für uns:

  • Milano mit Dom und Apericena am Naviglio Grande
  • Giardino Dei Tarocchi von Niki de Saint Phalle
  • Thermen von Saturnia
  • Skulpturenpark von Daniel Spoerri
  • Rom!!! Da fehlt noch einiges, da müssen wir noch einmal hin!
  • Paestum mit Sonnenuntergängen
  • Diamante mit den Murales
  • Tropea mit Sonnenuntergängen, Wanderungen
  • Krabben in Gallipoli
  • die weißen Orte in Apulien
  • Bologna
  • Fahrt über den Gotthard-Pass

Während der Rückfahrt nach Marienheide haben wir uns die Gegenden notiert, die wir uns noch unbedingt ansehen wollen, also in diesem Sinne….

Ciao Italia, alla prossima!!!!

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