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Freitag, 08.09.2017 Milano – Marina di Massa: 253 km

Auch das gehört zu dieser Reise: eine öde Strecke (Poebene), ein öder Ort und ein öder Campingplatz (il Giardino).

Nun gut, das Stück zwischen Parma Richtung La Spezia ging durch ein schönes Tal und der Blick vom Strand in Marina di Massa zu den Bergen der Marmorbrüche von Carrara ist schon sehenswert.

Wir wollen eigentlich noch einmal in den Bergen der Marmorbrüche wandern gehen, weil wir vor vielen Jahren hier nur schlechtes Wetter hatten. Aber das Wetter ist uns nicht hold, es wechselt ständig zwischen schwül-heiß und dunklen Gewitterwolken und auch Regen.

Der Platz hat den Charme eines Flüchtlingslagers, wirkt heruntergekommen, zum Duschen muss man sich Getoni holen, unsere Nachbarn sind nervig – eine italienische Familie die nur über sich Anschreien kommuniziert, unangenehme Kölner, die noch nicht einmal grüßen, Leute aus Sachsen, die mit ihrem TV den ganzen Platz beschallen – kurz: unsere Stimmung ist auf einem Tiefpunkt.

Aber es gibt einen guten Pool! Allerdings: Badekappenpflicht (Kennenlernen einer neuen Kultur: das gibt es in Italien oft!).

Immerhin ist der Strand nicht weit. Aber auch hier: das wäre kein Strand, an dem wir länger Urlaub machen wollten! Erinnert mich an die Strände der Adria früher: Liegestühle in Reihen, Strandabschnitte gehören zu Hotels oder Campingplätzen bzw. erheben „Eintritt“ über Sonnenschirmpflicht. Zwischendurch gibt es kleine Abschnitte mit spiaggia libera, sind dann aber auch meist nicht wirklich idyllisch.

Die Familie nebenan kommt aus Mailand und räumt gerade ihren Wohnwagen aus, putzt ihn lautstark und intensiv und will wohl damit nach Hause fahren.

Zur Zeit des Abendessens kommt ein äußerst heftiges Gewitter herunter. Es gibt Blitz und Donner und Sturzbäche mit Hektolitern von Wasser!

Camping Giardino, Marina di Massa

Samstag, 09.09.2017 Marina di Massa

Morgens ist alles ist nass und verdreckt, für die Familie aus Mailand ist es wohl eine Katastrophe. Es wird wirklich nur noch geschrien und gebrüllt. Und damit meine ich nicht die etwas lautere Art zu sprechen, die man ja bei Italienern kennt.

Uns kümmert es nicht doll, wir fahren mit den Rädern zum Einkaufen und durch den Ort. Die geplante Wanderung bei Carrara fällt aus – drohende Gewitterwolken, also spazieren wir noch am Strand entlang und kommen an einer vermeintlichen Hotelruine vorbei, die sich als Unterkunft für Jugendgruppen entpuppt. Alles ziemlich trist.

Also, das hier ist wirklich nicht unsere Gegend. Morgen geht es weiter!

Sonntag, 10.09.2017 Marina di Massa – Camping Pappasole/Follonica: 151 km

Wir kommen gut mit dem Packen voran – obwohl alles draußen nass und dreckig ist und fahren letztendlich auf der Via Aurelia entlang der Küste (SS1). Die war eine alte Römerstraße, die entlang der Küste von Rom nach Pisa führte. Unterwegs gibt es wieder heftige Gewitter, und es kommen wahre Sturzbäche herunter, so dass man zwischendurch anhalten muss. Später erfahren wir, dass bei diesen Unwettern in Livorno, das wir passieren, Tote gibt.

Wir erreichen den Campingplatz Pappasole um 14.30, das heißt in der Mittagspause. Kein Zutritt! Erst ab 16.00 wieder! Da ist man hier sehr konsequent!

Dieser Platz ist das absolute Kontrastprogramm zum gestrigen! Alles vom Feinsten! Eigentlich eine kleine eigene Stadt mit Apotheke, Erste-Hilfe-Station etc.! Super Ausstattung, mehrere Pools, mehrere Restaurants, tolle Sanitärs, super Strand, Blick nach Elba, Natur, Schirmpinien.

Und das alles für 20 €! Dank ACSI! Weil es Nachsaison ist, ist es auch überhaupt nicht voll. Zur Hauptsaison möchten wir nicht hier sein: voll, teuer und mit permanenter Animation.

Aber heute tut uns der Luxus gut!

Übrigens hat der zugehörige Strandabschnitt von der EU eine Umweltschutzauszeichnung bekommen: Bandiera blu!
Leider werden wir in den zwei Tagen, die wir hier sein werden, nicht dazu kommen einen Pool oder den Strand auszuprobieren, entweder ist es zu regnerisch oder wir sind zu spät zurück. Aber hier will ich irgendwann noch einmal hin!

Camping Pappasole, Riotorto bei Follonica

Montag, 11.09.2017 Pappasole/ Follonica/ Cala Violina

Heute geht es auf einem Küstenweg zur „Geigenbucht“, der Cala Violina (Rother Wanderführer Toskana Süd, Wanderung 37), 3 Stunden, ca. 12 km.

Vorher kaufen wir etwas in Follonica ein, stellen dann den Bus in Portiglione ab. Es ist ein schöner Weg, meist schattig mit Blick auf das Meer, auf Elba und Montechristo! Man kommt an zwei Stränden vorbei, die man nicht mit dem Auto erreichen kann, nur zu Fuß oder per Rad. Entsprechend leer und schön ist es dort.

Morgens ist es noch etwas trüb mit ein wenig Regen, aber es wird schnell heller und wärmer und auch schwül. Im Nachhinein stellen wir – besonders ich – fest, dass man sich die Runde über den Poggio di Carpineta hätte sparen können: anstrengend, weil hoch ohne Schatten und ohne die versprochene tolle Aussicht! Aber wir haben ansonsten tolle Ausblicke auf ein tolles Meer.

Dienstag, 12.09.2017 Pappasole/Piombino/Nekropole von Populonia

Heute ist richtig schönes Wetter. Wir fahren nach Piombino um uns über Fähren und deren Preise nach Elba zu erkundigen. Es ist gar nicht so teuer, man darf nur nicht in der Hauptsaison oder am Wochenende fahren.

Die Altstadt von Piombino ist angenehm untouristisch und überschaubar. Am Leuchtturm hat man schöne Sicht auf Elba.

Weiter geht es im Programm: die Gräber der Etrusker in Populonia. Wir folgen den Empfehlungen des Archäologischen Parks und es wird eine nette kleine Wanderung entlang von Höhlen und Grabstätten. Es war so interessant, dass wir mehr Zeit gebraucht haben, als veranschlagt, also wieder zu spät für einen Sprung in den Pool oder ins Meer!

Im Golfo di Baratti gab es tolle Wellen für Surfer!

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