Italien-2017-Seite_4

< zurück    –    zur Startseite   –   vorwärts >

Donnerstag, 14.09.2017 Capalbio – Bolsena: 98 km

Wir waren ja schon einige Male in der Toskana, aber es gibt immer noch einige Dinge, die wir noch nicht geschafft haben. Dies wollen wir in den nächsten Tagen erledigen, bevor wir weiter Richtung Süden fahren.

Erstes Ziel heute sind die Thermen von Saturnia. Wir fahren also Richtung Norden und durchqueren eine typische Toskana-Landschaft, besuchen das nette Örtchen Manciano und sehen dann von oberhalb mitten in der Landschaft ein Haus mit natürlichen Wasserbecken drum herum. Man kann dort nicht unmittelbar parken, sondern fährt 1 km weiter zu einer Area Sosta Camper, einem WoMo-Stellplatz. Dieser hier ist recht gut ausgestattet, man kann hier stundenweise stehen oder auch übernachten. Es gibt einen Shuttlebus zu den Thermen. Das Wasser in den Schwefelbecken ist angenehm warm, ca. 37 Grad. Wie in natürlichen Badewannen! Das macht Spaß und man kann auch prima Leute gucken. Trotz Nachsaison sind die Thermen noch recht gut besucht!

Weiter geht es sehr kurvenreich nach Bolsena am Lago di Bolsena. Wir verlassen also die Toskana und sind nun erst einmal in Latium.

Der Platz liegt direkt am See, 3 km südlich vom Ort (man kommt kurz vorher an einem Supermarkt vorbei). Und er ist genau unser Ding: nette Atmosphäre, die Wo-Mos sind eher klein, es gibt VW Busse und auch Zelte, die Sanitärs sind neu und sauber und das Restaurant ist gemütlich, die Pizza lecker und nicht teuer! Es scheinen heute Abend auch Leute aus dem Ort hier zu essen, ein gutes Zeichen. Ein Viertelliter Rotwein kostet 2 €, ein großes Bier 3 €, der Espresso 1 € und die Pizza 7,50 €! Und wie gesagt: alles lecker.

BLU International Camping, Bolsena

Freitag, 15.09.2017 Bolsena

Heute machen wir Urlaub! Wir fahren nirgendwohin und treiben uns in Bolsena und am See herum!

Mit den Rädern kann man prima am See entlang in den netten Ort fahren. Also, ein touristischer Geheimtipp scheint das nicht zu sein, überall hört man Deutsch! Gerne mit Dialekt aus Baden-Württemberg! Wir vermuten, dass dort noch Ferien sind, es scheinen einige Pädagogen darunter zu sein.

Rudi kauft sich eine italienische SIM-Karte, damit er besser mit dem Handy surfen kann (insgesamt 28 €, 16 Gigabite, 10 € pro Monat, kann verlängert werden). Wie sich im nächsten Jahr herausstellt, besteht praktisch nur in der Region um Bolsena ein Funkloch für unsere ALDI-Talk-Karte. In den nächsten Jahren hatten wir in ganz Italienl prima Netz mit ALDI-Talk!

In einem Gemüseladen lachen uns tolle frische Steinpilze an, heute gibt es Pasta ai funghi porcini! Dafür muss ich erst einmal googlen wie man Steinpilze putzt. Aber es wird absolut lecker!

Das Wetter ist sehr wechselhaft, es ist bedeckt und man glaubt, es sei recht kühl, aber eigentlich ist es eher schwül und man kann durchaus im See baden! Das ist erfrischend, aber nicht kalt. Der See ist ein Kratersee und hat keine Zuflüsse, der Strand besteht aus schwarzem Lavasand.

Nach dem herrlichen Mahl spazieren wir noch etwas am See entlang und kommen zu einem weiteren Campingplatz, auf dem aber tote Hose ist, da haben wir es auf unserem Platz besser getroffen.

Wir lesen noch vorm Bus, obwohl es doch kühl und feucht wird. Ich bin mit dem ersten Band der Neapel-Saga von Elena Ferrante durch! Woher bekomme ich den zweiten Band?

Samstag, 16.09.2017 Pitigliano

Wir haben noch zwei Ziele in der Toskana, davon ist eins Pitigliano. Als wir vom Platz losfahren, fängt es an zu regnen! Das haben wir so nicht bestellt! Immerhin hört es in Pitigliano auf. Der Ort thront majestätisch auf einem Felsplateau aus Tuff. Die mittelalterliche Stadt besuchen wir später. Wir wollen zunächst zwei alte Etruskerwege unterhalb des Ortes erwandern (Rother Wanderführer Toskana Süd, Nr 34 und 35). Diese Wege sind tief in den Tuff eingegraben worden, es gibt einige sehr enge Hohlwege. Sehr imposant! An einer Stelle müssen wir durch eine Furt, in der ich prompt abrutsche und mit einem Fuß plus Schuh völlig im Wasser lande!

Wir kommen an Feigenbäumen vorbei und testen den Reifegrad der Früchte. Lecker!

Als wir wieder im Ort Pitigliano ankommen, ist die Sonne herausgekommen und taucht diese einzigartige Stadt in ein schönes Licht.

Zurück in Bolsena ruhen wir uns aus und beschließen den Aufenthalt hier noch einmal mit einem Besuch des Restaurants.

Sonntag, 17.09.2017 Bolsena – Castel Del Piano: 90 km

Heute wollen wir das letzte Ziel, das uns in der Toskana noch fehlt, anfahren: den Skulpturenpark von Daniel Spoerri am Hang des Monte Amiata. Auf dem Weg dorthin fahren wir durch eine wahre „Kalenderblatt-Toskana“. Traumhafte weite Blicke über die toskanischen Hügel, auf denen typische Ortschaften thronen. Eine von ihnen ist Castiglione d’Orcia, es liegt ganz oben, exponiert mit einem tollen Weitblick rund herum.

Wieder folgen wir einer alten Römerstrasse, der Via Cassia, die von Rom durch die Toskana bis nach Genua ging. Heute folgt ihr teilweise der Pilgerweg Via Francigena. Wir sehen tatsächlich einige Pilger unterwegs.

Der Skulpturenpark ist ein riesiges Gelände (16 ha), liegt mitten in der Natur und beherbergt 113 Installationen von 55 Künstlern. Das Gelände ist so groß, dass man nicht alles bei einem Besuch sehen kann! Der Eintritt von 10 € ist moderat, man sollte sich einen Audioguide (5 €) dazu leisten, der Künstler Daniel Spoerri erklärt die interessanten und sehenswerten Kunstwerke mit launigen Anekdoten.

Der Campingplatz in Castel Del Piano lässt uns mal wieder demütig werden: sehr basic! Vielleicht wegen der Nachsaison? Renovierungsstau lässt grüßen! Die Duschen sind heiß, aber man muss sich bemühen, die Tropfen zu treffen, und irgendwann ist dann doch das Wasser kalt! Überhaupt ist es heute Abend und heute Nacht ziemlich kalt! Der elektrische Anschluss für uns ist abenteuerlich, aber immerhin gibt es 10 Ampère! Ich brauche heute Nacht noch extra Socken!

Camping Residence Amiata, Castel Del Piano

< zurück    –    zur Startseite   –   vorwärts >