Italien-2018-Seite 2

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Sonntag, 9.9. – Monteciccardo – Gola di Furlo – Gubbio – Assisi (Umbrien) – 140 km

Morgens ist es schon nicht mehr feucht, es ist richtig nass! Doch bald kommt die Sonne raus.

Heute ist ein Fahr- und Angucktag. Es ist Sonntag und der italienische Mann ist mit seinem Rennrad unterwegs!

Wir fahren über die Höhen Richtung Südwesten, kaufen in einem kleinen Örtchen in einem sehr freundlichen Laden sehr trockene Foccaccia ein (Kauen fördert den Speichelfluss!) und kommen zur Schlucht Gola di Furlo. Die enge Schluchtdurchfahrt wird mit einer Ampel geregelt, ist aber nicht sehr spektakulär.

Gubbio ist ein toller alter Ort mit zentralem Platz mit Palazzo (ein bisschen wie Florenz).

An diesem Platz ist auch das Cafè Ducale, in dem Terence Hill als Don Matteo (TV-Serie) Schach gespielt hat. Vor dem Cafè kann man die Schach-Szene nachspielen.

Wir genießen die Sonne und die Atmosphäre und weiter geht’s nach Assisi zum Campingplatz. Dieser Platz ist ein idealer Ausgangspunkt für einige Touren durch Umbrien. Der Platz ist schattig, aber die Stellplätze sind nicht sehr groß. Vom Platz aus können wir das imposante Assisi sehen.Die Sanitärs sind in die Jahre gekommen, aber OK und sauber. Man zahlt auf dem Platz nicht mit Bargeld; man bekommt eine Chipkarte. Der Pool kostet extra (ab der dritten Übernachtung kostenlos).

Abends haben wir im Ristorante des Platzes in netter Atmosphäre draußen eine leckere Pizza gegessen. Es waren viele Italiener da. Klar – Sonntag, da geht man aus!

Es gibt einige Radwanderer auf dem Platz. Und das bei der Hitze und den Steigungen!

Camping Green Village Assisi

Montag, 10.9. – Assisi

Nachts war es wieder sehr warm. Um 9:30 Uhr sind wir mit dem Shuttle-Bus (1,50 € pro Person pro Strecke) nach Assisi rein gefahren.

Es war noch erstaunlich leer! Vor uns wurde eine Gruppe Japaner durch den Ort „getrieben“.

Die Unterkirche ist überwältigend; die Oberkirche ist auch sehenswert! Ansonsten: viele Souvenirläden, noch schnell für 5 € einen Cappuccino getrunken und ab zum Camping, raus aus der Hitze (schon über 30°C um 12:30 Uhr).

Am Platz gegessen, geruht und dann ab in den Pool! Rudi ist abends mit dem Rad Richtung Assisi gefahren, um Fotos in der Abenddämmerung zu machen.

Dienstag, 11.9. – Assisi – Perugia – Torgiano – Bettona – Assisi 63 km

Erste Tour durch Umbrien – in die Hauptstadt der Region: Perugia.

Um 10:15 Uhr sind wir los Richtung Perugia und direkt in einen fetten Stau geraten. Es ist jetzt schon tierisch heiß und soll auch so bleiben!

Den Parkplatz an der Endstation der MiniMetro haben wir schnell gefunden und sind auch ruck-zuck in der City. Die MiniMetro kostet 1,20 € pro Fahrt und fährt in kurzen Abständen. Genial!

Nach ein paar Rolltreppen gelangen wir ins Centro Storico. Angenehm wenig Touris, und trotzdem „Leben in der Bude“! Perugia ist auch eine Universitätsstadt. Im Collegio del Cambio gibt’s sehr schöne Fresken von Perugino zu sehen. Der Dom ist leider zu – es ist schon wieder Mittag!

Nach ein paar schönen Ausblicken (Perugia liegt auf einem Hügel) steigen wir hinab in die „untere Stadt“: Alte Gemäuer aus dem Mittelalter, die man zwischenzeitlich zugeschüttet hatte, hat man wieder freigelegt und man durchläuft etliche unterirdische „Straßen“. Angenehm kühl!Darüber liegt die heutige Stadt.

Zurück am Parkplatz zeigt das Thermometer im Auto (stand die ganze Zeit in der prallen Sonne) über 50°C!!

Über Torgiano und dem schön gelegenen (aber ausgestorbenem) Bettona geht es zurück zum Camping. Unterwegs haben wir uns noch die nahe am Camping gelegene Kirche Santa Maria degli Angeli angesehen. In der Mitte der Kirche ist innen eine Kapelle gebaut. Interessante Kirche!

Dann noch schnell einkaufen und ab in den Pool!

Mittwoch, 12.9. – Assisi – über den Monte Subasio – Collepino – Spello – Montefalco – Assisi – 100 km

Rudi fühlt sich krank und wir bleiben noch eine Nacht. Gute Entscheidung! Heute werden wir 33°C erreichen!

Wir beginnen den Tag mit einem schönen Ausflug über den Monte Subasio, dem „Hausberg“ quasi „hinter Assisi rauf“. Die Weitsicht von da oben ist unglaublich und etwas kühler ist es auch. Wir sind auf 1290m. Es gibt irre viele Viecher (Bremsen, Fliegen, Millionen Grashüpfer).

Auf der Hochebene liegen die Menschen auf Liegen und sonnen sich bei einem angenehmen Lüftchen! Rundherum haben wir endlose Weite! Toll! Der Weg runter nach Spello ist voller Schlaglöcher. Sie sind zum Teil recht tief und scharfkantig. Rudi hat „ein klein wenig“ Angst um die Reifen.

Mittags sind wir in Spello. Hier im Umland von Assisi ist viel Schicki-Micki-Tourismus unterwegs. Man sieht viele Engländer oder Amerikaner, gerne bei einer Weinprobe. Es gibt teure Leckereien: Wein, Trüffel, Edelsalami, Öl – alles nur vom feinsten! Nicht so ganz unsere Welt!

Die berühmten Fresken von Spello können wir nicht sehen – es wird renoviert!

Nächster Stopp: Montefalco. Noch mehr Schicki-Micki und eine völlig überteuerte kleine Freskenausstellung in einer ehemaligen Kirche (10 € p.P.).

Wieder am Platz geht’s wieder in den Pool und danach gibt’s noch einmal die leckere Pizza im Ristorante! Bei immer noch 26°C um 20:15 Uhr! Eigentlich unerträglich.

Donnerstag, 13.9. – Assisi – Todi – Bolsena (Latium) – 100 km

Weiter geht’s! Wieder ein Reisetag! Unterhalb von Todi haben wir uns in einem Supermarkt versorgt (und glatt das Bier für abends vergessen…).

Mit einer Standseilbahn fährt man in die Altstadt von Todi. Es gibt wenige Touristen. Wir schlendern ein wenig herum und schauen uns den netten Hauptplatz an – Todi liegt wie viele Orte sehr schön überm Tal.

Auf dem Weg nach Bolsena kommen wir durch Lubriano und sind überwältigt von dem Blick auf Bagnoregio und die Landschaft drum herum. Da wollen wir hin! Das sieht spektakulär aus!

Den Campingplatz von Bolsena kennen wir schon; dieses Mal stehen wir woanders; etwas heller und freundlicher.

Und schon fängt es an zu regnen! Heute war es den ganzen Tag bewölkt und erträglicher; man hätte gut wandern können, aber Rudi ist immer noch angeschlagen.

Camping BLU International, Bolsena

Freitag, 14.9. – Bolsena

Heute gibt es weniger Activities. Nach dem Frühstück radeln wir mit den Rädern entlang des Sees in den Ort. Der Weg dorthin ist stellenweise schon etwas grenzwertig; recht eng und unwegsam.

Im Ort schließen wir die Räder an und steigen durch die Altstadt hoch zur Burg. Schön! Unterwegs entdecken wir das ein oder andere niedliche Lokal.

Auf dem Rückweg über die Straße kaufen wir noch schnell beim COOP ein.

Inzwischen ist es irre schwül! Danach heißt es nur noch: Duschen, einschmieren, lesen… Später Pool.

Den Abend verbringen wir im Camping-Restaurant: Billes Pizza war OK, Rudis Saltimbocca ist sehr authentisch! Mit Verdure Grigliate als Vorspeise, 1/2 Liter Wein und 2 Cafè kommen wir auf 31€. Da kann man nicht mekern! Zum Schluss setzt sich noch ein nettes junges Pärchen aus Süddeutschland neben uns an den Tisch. Ein schöner Abend!

Samstag, 15.9. – Bolsena – Orvieto – Bagnoregio – Bolsena – 61 km

Na super! Rudi ist auf dem Weg zu einer richtigen Grippe! Egal – die „Arbeit“ ruft!

Schon von einem Panoramapunkt mit Tourist-Info hat man einen sagenhaften Blick auf Orvieto!

Wir parken unterhalb der Stadt und fahren mit der Funiculare hoch in die Stadt (andante e ritorno 5,20 €; fährt alle 10 Minuten). Oben angekommen sind wieder erstaunlich wenig Touris unterwegs; die meisten englischsprachig.

Hauptattraktion ist der Dom. Er liegt toll und hat eine tolle schwarz-weiße Fassade mit schöner Front. Innen ist er sehr licht, weil auch eher leer. Hinten rechts ist eine Kapelle, die einen mit einer Vielzahl von Fresken erschlägt zum Thema „Wenn der Antichrist kommt“. Da kann man stundenlang gucken und entdeckt immer wieder etws Neues. Toll! Rudi liebt die martialischen Darstellungen in katholischen Kirchen! Die ganzen Folterszenen etc. Was hat man den Menschen immer schon für Ängste eingejagt, um sie bei der Stange zu halten!

Draußen ist es wieder heiß und wir haben keine Lust auf die ca. 300 Stufen zum Brunnen runter und wieder rauf und auch keine Lust auf die unterirdische Stadt.

Mittags hadern wir mit den Lokalen, weil wir heftigen Touri-Nepp befürchten. Als wir uns dann doch durchringen, nimmt uns jemand den letzten Tisch vor der Nase weg. Also gibt’s Pizza und Kebab auf die Hand – nicht wirklich billiger! Und auch nicht wirklich leckerer. Merke: Nicht zögern oder selber etwas mitbringen!

Irgendwie ist im Moment bei uns die Luft raus: Rudi kränkelt vor sich hin und Bille geht unter der schwülen Hitze kaputt! Am Auto angekommen zeigt das Thermometer 40°C (im Auto)! Bei der Gelegenheit merken wir, dass wir direkt neben dem hochgelobten WoMo-Stellplatz von Orvieto geparkt haben (wo unsere Warendorfer Freunde einmal standen). Aber diese schattenlosen Betonplätze sind nix für uns, obwohl der Platz sehr gepflegt ist.

Jetzt „müssen“ wir noch Bagnoregio „machen“! Man soll ja über eine lange Brücke in dieses „sterbende Dorf“ gelangen können. Sah von Weitem ja schon gut aus!

Dummerweise haben wir ziemlich weit weg geparkt und als wir an der Brücke ankommen – mit und Heerscharen von Touris – kostet der Besuch der Stadt doch tatsächlich Eintritt! 5 €! Irgendwie haben wir überhaupt keine Lust, mit den Tourimassen in den Ort zu strömen. Im Ort erwarten uns eh nur weitereTouris und Souvenirläden. Nein danke!

Außerdem hat es sich immer wieder gezeigt, dass Orte, die von außen extrem malerisch sind, eben von außen malerisch sind! (Könnte von Konfuzius sein!) Und nicht von innen…

Über den COOP geht’s zurück zum Platz, duschen, einschmieren. Rudi benutzt inzwischen auch Billes Mücken-Roll-Ons. Und es gibt reichlich Mücken! Kein Wunder, bei dem See und dem Schilf!

Abends ziehen die ersten Zugvögel Richtung Süden. Ist das nicht ein wenig früh? (15.9.)

Sonntag, 16.9. – Bolsena – Viterbo (Latium) – Sacro Bosco/Bomarzo – Piediluco (Umbrien) – 142 km

Eher ein anstrengender Tag, wir sind mal wieder zu viel gefahren. Aber wir haben einige schöne Eindrücke!

Zunächst geht es Richtung Viterbo durch eine nicht sehr malerische Ebene. Hinter Viterbo wollen wir zu den Thermen. Es stellte sich heraus, dass es die ganz mondänen und alten Thermen „Terme dei Papi“ gibt, die Geld kosten und dass es frei zugängliche Thermen, die „Rovine di terme romane (Parco delle Piscine Carletti)“ gibt, etwas weiter nördlich.

Es ist Sonntag und die typische italienische Familie macht einen Ausflug! Mit Kind und Kegel, Opa und Oma, Klappstühlen und Picknick. Es gibt mehrere angelegte Becken, in denen man sich entspannt. Das einfließende Wasser hat eine Temperatur von ca. 60°C und stinkt nach Schwefel. Es wird über lange Rinnen in die Becken geleitet, damit es etwas abkühlen kann. Wir gucken aber nur und machen Fotos.

Weiter geht es Richtung Terni. Unterwegs kommen wir an einer „Sagra dei Porcini“, einem Steinpilzfest vorbei. Es ist aber viel zu voll, wir sind auch viel zu spät dran. Es gibt nichts mehr zu essen! So fahren wir also weiter.

Bei Bomarzo schauen wir uns den Sacro Bosco an. Ein beeindruckender schön schattiger Platz im Wald, in dem sich viele riesige Steinskulpturen befinden – über 400 Jahre alt! Alle sehr gut erhalten! Niki de Saint Phalle soll sich unter anderem hier Inspirationen für ihre Figuren im Giardino dei Tarocchi geholt haben.

Dazu Wikipedia:

In mehr als 30 Jahren seines Lebens (1552–1585) ließ Vicino Orsini, der letzte Feudalherr von Bomarzo, den Skulpturenpark anlegen. … Vicino Orsini starb 1585. Nach seinem Tod geriet die Anlage in Vergessenheit. Erst Mitte des 20. Jahrhunderts wurden die verwitterten und völlig zugewachsenen Skulpturen in dem verwilderten Waldstück wiederentdeckt. Salvador Dalí war 1938 der erste prominente Besucher des Parks; einige seiner Motive verarbeitete er augenscheinlich in seinem Gemälde Die Versuchung des Heiligen Antonius (1946). …“

Wir übernachten dann in Piediluco. Der Campingplatz ist etwas gewöhnungsbedürftig, weil sehr basic, aber sehr schön gelegen. Wir stehen auf einer großen Wiese, es gibt kaum „fahrende“ Gäste – meist sind es fest installierte Wohnwagen von Italienern. Die Sanitärs sind sehr basic, aber doch OK. Die Dusche braucht drei Minuten, bis sie heiß ist, die WCs sind alt, aber sauber.

Es gibt mal wieder Mücken und es wird feucht und wir sind sowieso ziemlich kaputt und lesen den Rest des Abends. Schnell wird noch das Vorzelt aufgebaut. Geht schon ganz flott und bietet einen guten Schutz zum Kochen und für Tisch und Stühle.

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