Italien-2018-Seite 5

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Mittwoch, 26.9. und Donnerstag, 27.9. – Napoli (Kampanien)

Unseren direkten Nachbarn (Deutsche) in einem recht neuen und sehr aufgeräumten VW-T6-California hat es in Neapel gar nicht gefallen. Sie wollen an die Amalfiküste, trotz vieler Warnungen, dass es dort kaum ein Durchkommen gibt. Vor allem die monströsen Reisebusse bestehen dort auf „ihre Vorfahrt“! Wir haben Leute getroffen, die sind die Amalfiküste mit einer gemieteten Vespa abgefahren. Schon cleverer!

Noch bevor die Touristenmassen eintreffen kaufen wir am Bahnhof von „Pompei Scavi Villa dei Misteri“ die Tagestickets für Neapel – vom Camping aus 5 Minuten. Der Zug ist ziemlich voll, es ist schließlich die einzige Verbindung von Sorrent nach Neapel (Circumvesuviana).

Die Schreibweise des Ortes ist schon sehr vielfältig: Pompeii, Pompeji, Pompei, …

Am Bahnhof Garibaldi in Neapel ist es tierisch laut und chaotisch, eben Großstadt. Die Tourist-Info ist eher kläglich. In einem Buchladen suchen wir nach einem kleinen Reiseführer. Eine Karte von Neapel haben wir zum Glück!

Wir lassen uns erst einmal treiben und bleiben überall staunend stehen: Enge Gassen, viele Händler und Verkaufsstände. Wir haben keine Lust, gezielt in irgendwelche Museen oder Kirchen zu gehen; wir wollen erst einmal die Atmosphäre aufsaugen! Ein Wahnsinn, mit welcher Geschwindigkeit die Vespa-Fahrer durch die Fußgängermassen rasen!

Als erstes stoßen wir auf ein riesiges “Mural“ (Wandbild) von Jorit Agoch. Ein weiteres sehr imposantes „Gemälde“ hat er von Diego Maradona auf der Hauswand eines Hochhauses angebracht. Ein Bild davon kann man hier finden: Morto il calciatore Diego Armando Maradona | Artribune

Wir haben es auf die Schnelle nicht gefunden; in der Bildergalerie unten ist ein Plan zum Bild!

Auf dem Weg zum Dom sind wir in das Viertel um Spaccanapoli abgedriftet. Witzige Gegend! In einer Fritteria, einem typisch neapolitanischen Imbiss, haben wir ein paar Leckereien vertilgt. Köstlich!

In der Bar Nilo, einer Empfehlung von www.sirenen-und-heuler.de ,trinken wir „al banco“, also an der Theke, einen „Cafè“, also einen Espresso. Beeindruckend ist der „Maradona-Altar“ an der Seitenwand: mit einer „Wundertätigen Haarlocke“ und „Neapolitanischen Tränen von 1991“. Maradona hat hier für den SSC Neapel von 1984 bis 1991 gespielt. ’91 war Schluss – daher die Tränen!

Und dann noch schnell der Hinweis: „Wehe, du trinkst keinen Cafè hier…!“

Die Stadt hat einen recht „morbiden Charme“ und entgegen der Befürchtungen vieler Menschen, denen wir erzählt haben, dass wir durch Neapel schlendern wollen, fühlen wir uns ziemlich sicher.

Wir kommen an einem echten Banksy vorbei, den eine Pizzeria für sich vereinnahmt hat und in einen hässlichen Glaskasten „zum Schutz“ verbannt hat: Eine Madonna mit Pistole im Heiligenschein!

Sehenswert sind auch einige U-Bahn-Stationen; sehr modern und künstlerich ausgeführt! Es lohnt sich, einfach mit dem Tagesticket ein paar Stationen zu fahren und ab und zu Rolltreppe zu fahren. Auch ein Tipp von www.sirenen-und-heuler.de.

Wir suchen die Piazza Bellini, die ist uns aber zu schattig. Weiter geht’s zur Piazza Dante: Bombastisch!

Und wieder weiter geht’s durch das Gassengewirr bei Montesanto und einem kleinen Fischmarkt.

Inzwischen tun uns die Füße weh und wir nehmen die U-Bahn zurück zum Bahnhof.

Zwei Züge nach Sorrento fallen aus! Über eine Stunde warten wir in dem zugigen Bahnhof! Danach ist der Zug entsprechend voll. Erst gegen 20 Uhr sind wir wieder am Platz.

Am zweiten Tag in Neapel lassen wir uns wieder treiben. Dieses Mal starten wir am Bahnhof Napoli Porta Nolana (Karte = letztes Bild des Albums).

Wir kommen durch ein sehr ärmliches Viertel. Hier haben wir das erste Mal das Gefühl, unsere Taschen festhalten zu müssen. Aber die Menschen sind im Grunde völlig harmlos, nur eben sehr arm. Viele stehen auf der Straße mit einem kleinen Stand aus einem Pappkarton, auf dem sie drei bis vier Zigarettenpackungen feilbieten. Oder andere Dinge. Natürlich machen wir kein einziges Foto! Wir schlendern relativ angespannt durch dieses Viertel (dem auf der Karte) und sind ganz froh, als wir wieder in bekannten Gefilden ankommen. Aber es ist uns nichts passiert und es gibt auch keine kritischen Situationen, solange man die Menschen nicht brüskiert!

Einen letzen Höhepunkt des Tages erleben wir, als wir mit der Standseilbahn hoch zum Castel Sant’Elmo fahren. Von dort aus hat man eine unglaubliche Fernsicht in alle Richtungen. Und dann noch die Abendbeleuchtung. Grandios!

Ein wunderbarer Abschluss für unseren Neapelbesuch! Und für das nächste Mal gibt es immer noch genug zu besichtigen – vielleicht dann etwas zielgerichteter!

Zwei Tage treiben lassen = 11,6 km zu Fuß.

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