Italien-2018-Seite 6

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Freitag, 28.9. – Pompeji – Lido di Ostia

Turning point – es geht wieder Richtung Norden! Wir wollen noch auf Elba, in die Toscana und nach Venedig! Jetzt müssen wir uns erst einmal erholen! Von Pompeji und Neapel. Und wir müssen mal wieder aufräumen und waschen.

Wir frühstücken in Ruhe und überlegen, wohin wir fahren könnten. An diesem Wochenende machen 80% der Campingplätze definitiv zu.

In Rom haben wir auch noch ein paar Dinge nicht gesehen (Petersdom, Sixtinische Kapelle), aber nicht schon wieder action!

Zu lange Auto fahren wollen wir auch nicht und so geht’s nach Lido di Ostia, das sind 260 km.

Der Platz ist ganz neu und gepflegt und hat super Sanitärs, ist aber auch sehr leer und ohne Atmosphäre. Aber zum „Runterkommen“ ideal!

Samstag, 29.9. – Lido di Ostia (Latium)

Heute ist „Housekeeping Day“! Wir waschen, räumen auf, pflegen uns. Eigentlich fehlt nur noch der Friseurbesuch!

Nachmittags fahren wir an den Lido. Das hört sich ja eigentlich ganz vielversprechend an. Ätzende Fahrt (mit den Rädern) auf einer stark befahrenen Straße! Und dann – der ätzendste Strand, den wir je gesehen haben! Schmal, völlig zugebaut, Zugänge nur über Bars, eigentlich nur Bretterbuden. Im Sommer wird diese Tristesse sicher durch die ganzen bunten Läden übertüncht. Viele Russen und Polen hier. Warum eigentlich? Egal – morgen geht’s weiter!

Camping Village Roma Capitol, Lido di Ostia

Sonntag, 30.9. – Lido di Ostia – Castiglione della Pescaia

Beim Verlassen von Lido di Ostia kommen wir noch an sehr schönen Ausgrabungen vorbei.

Castiglione della Pescaia ist wirklich sehr hübsch und liegt malerisch auf einem Berg mit Blick auf die Maremma, Grosseto und Punta Ala mit all den Campingplätzen.

Unser Campingplatz ist sehr gut bewertet. Die Sanitäranlagen sind sauber, modern, nur etwas verwirrend, wie ein Labyrinth.

Es sind fast nur Schweizer da. Auch ein paar deutsche Familien aus Niedersachsen (da sind schon Herbstferien) und ein paar Dänen. Gerne Familien mit kleinen Kindern. Die Atmosphäre ist sehr nett.

Le Rocchette Camping & Village, Castiglione della Pescaia

Montag, 1.10. – Castiglione della Pescaia

Heute wollen wir uns den Naturpark Maremma ansehen. Letztes Jahr war das nicht ganz einfach. Man darf da nicht einfach so rein, wohl auch wegen der Waldbrandgefahr. Man kann sich dann im Sommer nur geführten Wanderungen anschließen. Die Einlass- und Abfahrtszeiten passten aber nicht in unser Zeit-Konzept.

Jetzt gibt es die Möglichkeit, zu Fuß einen Weg ins Naturschutzgebiet zu nehmen. Kostet allerdings stolze 10 € Eintritt. Egal – wird gemacht! An einem Tor zeigen wir einem anderen Paar, das sich damit abmüht, wie man es auf macht. Und schon sind wir im Park!

Ohne Kontrolle! Das andere Paar hat erst gar keine Tickets gekauft und kommt so hinein!

Ein bisschen fühlen wir uns schon verarscht – 20 € „für nix“! Wird unter „Strukturhilfe“ verbucht.

Wir laufen 12 km mit einigen Superaussichten und einer schönen Klosterruine. Zum Glück verlaufen die Wege viel im Schatten!

Dienstag, 2.10. – Castiglione della Pescaia – Lacona / Elba (gehört zur Toskana)

Nach 60 Km sind wir an der Moby-Fähre nach Elba und sind eine Stunde später auf Elba.

Wir kaufen im COOP Portoferraio (wegen der Eisenerzverschiffung so genannt) zu ziemlich überhöhten Preisen ein und fahren zum Campingplatz in Lacona.

Am 4. Mai 1814 landete Napoléon Bonaparte auf Elba, der dorthin ins Exil verbannt worden war. Er erwählte Portoferraio, die Hauptstadt der Insel, als Wohnort und errichtete dort seine Winterresidenz. Er begann mit umfangreichen Reformtätigkeiten, verließ die Insel aber bereits am 1. März 1815 wieder.“ (Wikipedia)

Lacona besteht nur aus zwei Stränden und einigen Campingplätzen. Wir wählen den preiswerteren Platz, der aber auch weniger Flair hat. Aber wir wollen ja ohnehin die meiste Zeit unterwegs sein. Der andere Platz war sehr voll, vor allem „junge, erfolgreiche Schweizer Familien mit kleinen Kindern“.

Auch hier gibt’s Mücken, und zwar ziemlich aggressive!

Camping Lacona

Mittwoch, 3.10. – Lacona – Capoliveri

Heute machen wir eine tolle Wanderung rund um Capoliveri und dem Monte Calamita. Es gibt super viele Ausblicke nach Portoferraio, Porto Azurro, Monte Capanne, Piombino, …

Nicht viel Anstieg und recht viel Schatten. Weg Nr. 230 – eine der 10 schönsten Wanderungen auf Elba! 11 Kilometer in gemütlichen 4h20.

Dann noch schnell in Capoliveri zum Barbiere: Rudi 17 €, Bille 38 €! Da hat die Dame ihr offensichtlich ein „Spezial-Shampoo“ und ein „Spezial-Gel“ aufgeschwatzt. Ein „klein wenig“ Touristenabzocke. Letztes Jahr in Apulien war es wesentlich preiswerter! Aber immerhin fühlen wir uns wieder sehr viel wohler auf dem Kopf!

Auf unserem Platz grüßt man sich nicht. Auch wenn man sich direkt in die Augen blickt oder über die Füße läuft. Merkwürdige Entwicklung! Schade!

Donnerstag, 4.10. – Zum Monte Capanne

Heute wollen wir uns mal die Seilbahn ansehen, mit der man auf den Monte Capanne (1019m) hochfahren kann. Wir fahren über Marina di Campo und Procchio bis Marciana und lassen dort unseren Bus stehen. Das ging ja zuletzt ganz schön kurvig hoch! Die armen Touris, die das alles im Reisebus machen müssen! Da wird einem ja schon beim Zuschauen schlecht!

Zu dumm – es ist mal wieder Mittag und die Seilbahn macht Pause! Also drehen wir eine Runde durch den Wald und sammeln Esskastanien! Bis plötzlich über unseren Köpfen die ersten „Gondeln“ (eher „Käfige“) der Seilbahn greifbar nahe vorbei schweben.

Wir kaufen unsere Tickets – und rauf geht’s! Witzige Seilbahn! Anfangs sehr nahe über dem Boden, später mit etwas mehr Abstand. Trotz der offenen Käfige gar nicht so schlimm! Billes Ding ist es trotzdem nicht. Wegen der offenen Käfige.

Oben haben wir tolle Weitsichten! Da gibt es Kaffees und die Leute chillen in der Sonne! Rudi klettert – wie könnte es anders sein – auf den höchsten Felsen und macht Fotos nach Süden: man sieht die kleine Insel Pianosa und weiter hinten Montecristo.

Wieder in Marciana gibt’s zur Belohnung erst einmal einen Aperol-Spritz!

Freitag, 5.10. – Wanderung nach San Pietro (Granitabbau)

Es ist etwas bedeckt, später bezieht es sich immer mehr und am frühen Abend regnet es.

Wir fahren nach San Pietro, wo es die „Vie del Granito“ gibt, alte Pfade durch die Granitfelder mit immer noch aktiven Steinbrüchen. Wieder eine ganz andere Landschaft! Viele Felsblöcke und wilde Vegetation. Ab und zu ein paar Ziegen. Wir haben es genossen und sind rumgetrödelt: 6,5 km in 3 Stunden!

Wegen des aufziehenden Regens fahren wir zurück, wollen uns aber noch den Campingplatz in Marina del Campo ansehen (kann man dort mehr unternehmen, bei Regen?). Er überzeugt uns nicht.

Dann erkundigen wir uns in Portoferraio nach der Fähre für die Rückfahrt. Es gibt immer noch das Sparangebot für 72 €, wie auf der Hinfahrt.

Wir kaufen noch einmal ordentlich ein, dann geht’s zurück zum Platz.

Dann hat es richtig geschüttet, aber nicht so lange und heftig, wie vorher gesagt. Dank des Vorzeltes konnten wir noch bis 23 Uhr draußen sitzen – es war gar nicht kalt!

Samstag, 6.10. – Ausflug in den Nordosten von Elba

Heute früh knattern dauernd alte Moto-Cross-Maschinen quer über den Platz! Eine Oldie-Rallye!

Wir wollen uns den Osten und Nordosten der Insel ansehen, deshalb fahren wir über Porto Azurro und Rio Nell‘ Elba nach Cavo.

Auf dem Hinweg kommen wir an einem riesigen Mineralien-Shop vorbei. Sehr gefährlich! Und tatsächlich verguckt sich Bille in einen tollen Ring aus einheimischem Pyrit und Hämatit. Beides gibt es so „nebeneinander“ nur auf Elba! Ist „uns“ aber zu teuer (aber der Rückweg führt uns ja hier wieder vorbei…).

In Cavo ist ziemlich tote Hose – Nachsaison! Der „wunderschöne Spaziergang“ um das Kap entpuppt sich als todlangweilig. Immer nur durch’s Gebüsch ohne viel Aussicht. Wenigstens gibt es ein monumentales altes Mausoleum einer reichen Familie.

Auf dem Rückweg handelt Rudi die Verkäuferin runter und der Ring ist gekauft!! „OK – Weil Saisonende ist!“, meinte sie.

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