Italien-2018-Seite 7

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Sonntag, 7.10. – Elba – Casciano di Murlo (Toskana)

Es ist Herbst geworden! Aber auf Elba und den Fähren war es noch sehr schön: sonnig, nicht zu heiß und gute Sicht. Elba hat uns gut gefallen. Fünf Nächte waren wir dort.

Auf der Fähre treffen wir die ganzen Moto-Cross-Rallye-Fahrer wieder und erfahren, dass die Maschinen und die Fahrer von vor 1972 sein mussten. Diese Typen sind rundum „echte Kerle“! Ansonsten nur Schweizer.

Wieder auf dem Festland fahren wir über Grosseto Richtung Siena und landen in Casciano di Murlo. Auf diesem Campingplatz waren wir schon einmal vor Jahren, als der in Siena noch geschlossen hatte.

Hier auf dem Festland ist das Wetter eher herbstlich; die Luft und die Beleuchtung auch. Beim Kochen abends flucht Rudi, dass es schon so früh dunkel wird.

Casciano di Murlo liegt eigentlich toll (auch nahe dem Monte Amiata), aber quasi am Ende der Welt (ca. 20 km südlich von Siena).

Vorsichtshalber holen wir die dickeren Plümohs aus, aber es wird gar nicht so kalt: 15,6°C im Bus in der Nacht.

Camping Soline, Casciano di Murlo

Montag, 8.10. – Casciano di Murlo

Heute ist ein wunderschön sonniger Tag. Der perfekte Waschtag! Wo wir ohnehin heute nur rumhängen wollen, nach all den Ausflügen. Wir haben 75 Wäscheklammern dabei, fast zu wenig!

Viel machen kann man hier nicht, wenn man nicht Auto fahren will. Aber wir haben Luft, Licht, Raum und Weite auf diesem Platz! Beim Padrone bekommen wir ein Faltblatt mit kleinen Wanderungen hier in der Gegend. Wir haben und aus purer Faulheit für die kürzeste entschieden. Und die auch direkt ein Schuss in den Ofen war! Der Plan stimmt nicht, die Wege gibt es nicht. Wir laufen bis zu dem Örtchen San Stefano, wo wir einen „sonnengebräunten Einheimischen“ nach dem Weg fragen. Es stellt sich heraus, dass er ein afghanischer Geflüchteter ist und hier (am A… der Welt) untergebracht ist. Völlig abgeschnitten von allem und ohne vernünftige Perspektive! Armer Kerl!

Immerhin haben wir unsere Knochen 7 Kilometer weit ausgeführt und haben noch nicht einmal mehr Lust zu kochen. Wir freuen uns auf die Pizza im Ristorante des Platzes! Aber montags gibt’s nur „Feines Ristorante“, und keine Pizza! Also: Nudeln mit Pesto…

Dienstag, 9.10. – Murlo – Wanderung in der Crete

Schon vor Jahren haben wir festgestellt, dass der Platz von Murlo schön ist, dass man aber schon recht lange Anfahrten zu den Wandergebieten hat.

Heute wollen wir in der Crete laufe, Wanderung Nr. 16 aus dem Rother-Wanderführer „Toskana-Süd“, 2,5 Stunden, 10 km. Die einfache Anfahrt von ca. 38 km dauert eine dreiviertel Stunde.

Zitat Rother: „Die Lehmhügel der Crete gehören zum bizarrsten, was die Toskana an Landschaften zu bieten hat. Die aussichtsreiche Runde führt hautnah an den buckligen Hügeln vorbei, die wie eine Mondlandschaft anmuten.“

Diese Wanderung haben wir so ähnlich schon einmal gemacht, die heutige Variante ist allerdings kürzer und reicht völlig. Aber die letzten zwei Kilometer hoch zum Zielort Mucigliani und zurück hätte man sich wirklich sparen können. Da ist absolut nichts los.

Auf dem Rückweg sehen wir Siena von weitem. Sehr malerisch! „Postkartentoskana“!

Abends gibt’s dann endlich die verdiente Pizza – schön vorm VW-Bus mit eigenem Chianti!

Mittwoch, 10.10. – Murlo – Wanderung zum ehemaligen Kloster Pontignano

Wanderung Nr. 8 aus dem Rother-Wanderführer „Toskana-Süd“, 2 Stunden, 8,9 km, nordöstlich von Siena. 35 km Anfahrt.

Ziel ist das ehemalige Kloster Pontignano, heute Seminar- und Gästehaus. Wir haben viel Sonne, ein bisschen Schatten, viele schöne Ausblicke!

Unterwegs treffen wir zwei australische Radler, die seit 10 Monaten unterwegs sind und schon 4000 km hinter sich haben. Montenegro hat ihnen so sehr gefallen, während sie Albanien ganz fürchterlich fanden. Eigentlich übernachten sie immer im Zelt, aber da sie bald am Ende ihrer Reise sind (Rom), gönnen sie sich eine exklusive Nacht in dieser „Herberge“.

Donnerstag, 11.10. – Murlo – Ferrara

Wir packen im Regen ein. Schöne Sauerei! Aber wir haben keine Wahl. Wir wollen weiter! Alle fahren!

In Ferrara stellen wir fest, dass es nicht mehr der alte Campingplatz ist, auf dem wir gefühlt „vor Jahrzehnten“ gestanden haben (es sind 24 Jahre!). Die Dame an der Rezeption klärt uns auf, dass das alte Gelände direkt an der Stadtmauer jetzt Vogelschutzgebiet ist!

Der Platz ist stadtnah und die Sanitärs sind gut.

Nachdem wir den Vorzeltboden zum Trocknen aufgehängt und die Wanderschuhe in den Jetbag zurück gepackt haben, radeln wir in die Stadt. Es weht ein sehr angenehmes laues Lüftchen!

Nette Atmosphäre in Ferrara! Viele Studenten, man steht und sitzt draußen – Zeit für einen Aperitif! Wir entscheiden uns für die „extended version“, die „Apericena“: Aperitivo + Cena (Abendessen) in der Bar Nazionale (hatte 2019 leider Ruhetag!). Pro Person zahlen wir 10 €, bekommen ein Getränk und dürfen so oft wir wollen an die unzähligen Platten mit Häppchen und anderen Köstlichkeiten gehen! Und das tun wir auch reichlich! Tolle Erfindung! Kennen wir schon aus Turin!

Campeggio Comunale Estense

Freitag, 12.10. – Ferrara

Heute Nacht waren es 18°C und wir konnten wieder mit offener Tür schlafen! Gegen 11:30 Uhr fahren wir los in die Stadt, ca. 4 km, davon 1,3 km über heftiges Kopfsteinpflaster. Aber man kann den Bürgersteig nehmen, wenn keiner kommt.

Im Ort ist Markt! Unaufgeregtes Treiben. Die Modefarben der Saison sagen Bille gar nicht zu: senfgelb, aubergine, … Wir laufen im T-Shirt rum! Die Atmosphäre ist einfach toll!

Nach einem Touri-Faltblatt laufen wir durch das ehemalige Judenviertel. Hier haben wir uns vor 24 Jahren nachts tierisch verlaufen. Heute können wir das überhaupt nicht mehr nachvollziehen. Aber damals hatten wir auch keinen Stadtplan!

Das Judenviertel ist sehr malerisch und abwechslungsreich. Nach dem Rundgang genehmigen wir uns in einem Bio-Gemüseladen mit Imbiss einen gemischten Salat. Dazu gibt’s eine Portion geröstete Maronen gratis.

Überall Radfahrer!

Auf dem Rückweg nehmen wir noch einen Cappuccino zu uns und sind uns fast sicher, in dieser Bar auch schon vor 24 Jahren gewesen zu sein. Damals hatte uns ein Farbiger in der Bar beeindruckt, der mitten in der Bar ein Riesensortiment von CD- und DVD-Raubkopien feilbot.

Nach einer kleinen Mittagspause fahren wir um 18 Uhr wieder in die Stadt, zur Apericena! So günstig kann man sonst nicht zu Abend essen! Diesmal woanders, auch wieder superlecker, für 14 € pro Person. 8 Kilometer waren wir heute zu Fuß unterwegs!

Tolle Stadt, Ferrara! So voller Leben!

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