Italien-2018-Seite 8

< zurück    –    zur Startseite   –   vorwärts >

Samstag, 13.10. – Ferrara – Venedig (Venetien)

Um 11 Uhr geht’s weiter, um 13 Uhr sind wir in Venedig bzw. am auserwählten Campingplatz.

Toller Platz! Sehr ordentlich, hat ein Restaurant und eine Bar und eine nette Atmosphäre. Es gibt ein kleines „Hallenbad“, in dem es gut tut, nach einem langen Venedig-Tag seine Knochen zu entspannen! Zu Fuß ist man in wenigen Minuten an der Bushaltestelle nach Venedig rein. Wir kaufen 2 Dreitagestickets für 40 € pro Person. Das zahlt sich aus!

Nachdem wir uns installiert haben, fahren wir gegen 16 Uhr mit dem Linienbus „rein“.

Es ist immer noch irre voll, aber sobald man in kleine Seitengassen geht, ist es leer. Wir haben nichts besonderes vor, wir wollen nur die Atmosphäre aufsaugen und lassen uns treiben.

Es ist tolles Abendlicht und man kommt aus dem Fotografieren nicht mehr heraus.

Da man mit dem Dreitagsticket alle Verkehrsmittel (Bus, Vaporetto, …) benutzen kann, fahren wir von der Rialtobrücke durch den Canal Grande zum Markusplatz. Unterwegs hält Rudi ganz aufgeregt Ausschau nach einem rosa Palazzo mit einem hölzernen Balkon. Den Palazzo Minotto haben vor etwa 150 Jahren die Vorfahren seiner Großmutter besessen.

Der Palazzo ist heute eine Art Zimmertheater. Besichtigen kann man ihn leider nicht, nur zu den Vorstellungen. Aber Karten gibt’s auf die Schnelle keine mehr und außerdem kosten sie 90 € pro Person. Aber wir gehen durch verwinkelte Gässchen bis zum Eingang und werfen einen Blick hinein. Leider ist noch kein Mensch da, der uns mal kurz hätte hineingucken lassen können. Vielleicht nächstes Mal …

Am Markusplatz fällt Bille ein Banner an einer Palastwand auf: Hier ist eine Ausstellung von Wolfgang Beltracchi. Rudi liest gerade die hochspannende Biografie dieses Meisterfälschers, von der er oft Einzelheiten erzählt, deshalb ist Bille der Name ins Auge gefallen!

Jetzt hat er ein ganz legales Werk kreiert:

KAIROS. Der richtige Moment ist ein Kunstprojekt des Kunstsammlers Christian Zott, der für diese Ausstellung Fotografien des italienischen Fotografen Mauro Fiorese und Gemälde des Malers Wolfgang Beltracchi zu einem Rundgang durch 2000 Jahre Kunstgeschichte vereint. Die Kairos-Ausstellung wurde als Wanderausstellung in Venedig, Hamburg und Wien einem breiten Publikum präsentiert und ist seit Herbst 2019 in der mSE Kunsthalle in Unterammergau ausgestellt.

…Christian Zott … schloss 2015 einen Vertrag mit dem Maler Wolfgang Beltracchi, der zuvor als Kunstfälscher bekannt geworden war. Ein Rechercheteam … suchte … bedeutende historische Ereignisse und Motive, die von den großen Malern der Kunstgeschichte hätten gemalt werden können, aber nicht gemalt wurden. Um diese „Leerstellen“ zu füllen, schuf Beltracchi bis zur Eröffnung der Ausstellung im Herbst 2018 insgesamt 28 Gemälde mit einer stilistischen Bandbreite von der römischen Antike bis zur Mitte des 20. Jahrhunderts. Zu den Künstlern, in deren Handschrift Beltracchi arbeitete, gehören unter anderen Lucas Cranach der Ältere, Michelangelo Merisi da Caravaggio, William Turner, Claude Monet, Vincent van Gogh, Pablo Picasso und Max Ernst. (Wikipedia)

Eine sehr sehenswerte Ausstellung! Sie ist kaum besucht und in einer ganz abgedunkelten Halle sind nur die großformatigen Gemälde angestrahlt. Noch als wir rätseln, was dies oder das darstellen soll, tauchen junge Leute (wohl Kunststudenten) z.T. mit Schweizer Akzent aus dem Dunkel auf und fragen, ob sie uns etwas zu den Bildern erzählen dürften. Sehr schöne Idee! Man muss nichts lesen und hat die Möglichkeit nachzufragen und die jungen Leute haben wir zudem aus ihrer Langeweile gerettet!

So gegen 18 – 19 Uhr verlassen die riesigen Kreuzfahrtschiffe Venedig. Tausende Menschen stehen an Deck und wenn die Schiffe den Markusplatz passieren, bricht ein Blitzlichtgewitter los! Ein Wahnsinn! Das sollte verboten werden!

Venezia Camping Village

Sonntag, 14.10. – Venedig

Wieder schönes Wetter! Vielleicht ein bisschen kühler.

Gegen 11 Uhr fahren wir wieder „rein“. Die gleiche Idee haben alle vom Camping. Dem entsprechend voll ist der Bus.

Wir besorgen uns einen Linienplan für die Vaporetti (Linienschiffe) und wollen Venedig außen herum umrunden. Wir beginnen mit einer Fahrt über die Nordküste bis zum Ospedale Santi Giovanni E Paolo. Von da aus schlendern wir über fast leere Gässelchen im Zick-Zack Richtung Markusplatz. Hier gibt es viele malerische Winkel.

Gegen 16 Uhr haben wir keine Lust mehr. Wir sind genug gelaufen und einige Gebäude, die bei Donna Leon vorkommen, haben wir nicht gefunden. Es ist gar nicht so einfach, ein Haus, das man sehen kann, auch zu Fuß zu erreichen. Nicht überall sind Brücken!

Wir nehmen noch schnell ein paar völlig überteuerte Getränke im Sitzen zu uns und fahren dann über den Hafen der Kreuzfahrtschiffe zurück zum Campingplatz.

Wir müssen noch einmal wiederkommen! Uns fehlt noch so vieles! Murano, Burano, die Friedhofsinsel und vielleicht auch noch die ein oder andere Kirche und die Museen..

Aber sich nur treiben zu lassen ist auch wunderbar!

< zurück    –    zur Startseite   –   vorwärts >